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1989/1990 Katja Lange-Müller

Katja Lange-Müller (*13. Februar 1951 in Berlin-Lichtenberg) ist die Tochter von Inge Lange, die Abgeordnete der DDR-Volkskammer war und später dem Zentralkomitee und dem Politbüro der SED angehörte. Katja Lange-Müller wurde mit 17 Jahren wegen "unsozialistischen Verhaltens" von der Schule verwiesen. Sie machte eine Lehre als Schriftsetzerin und arbeitete anschließend als Bildredakteurin bei der "Berliner Zeitung". Nach einer einjährigen Tätigkeit als Requisiteurin beim DDR-Fernsehen war sie mehrere Jahre Hilfsschwester auf geschlossenen psychiatrischen Stationen der Berliner Charité und des Krankenhauses in Berlin-Herzberge. Ab 1979 studierte sie am Literaturinstitut "Johannes R. Becher" in Leipzig. 1982 folgte ein einjähriger Studienaufenthalt in der Mongolei. Nach der Rückkehr in die DDR war sie 1983 Lektorin im "Altberliner Verlag". 1984 reiste sie nach West-Berlin aus. Sie lebt bis heute in Berlin.

Katja Lange-Müllers Werk besteht überwiegend aus Erzählungen, in denen sie häufig Erfahrungen aus ihrem bewegten Leben verarbeitet. Obwohl es sich dabei oft um Geschichten über gesellschaftliche Außenseiter und Versager handelt, wird immer wieder die komische und groteske Seite von deren Schicksal betont. Auch in der Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung und den Zuständen in der DDR macht sich Lange-Müllers ausgeprägt satirische Ader bemerkbar.

Auszeichnungen

  • 1986 Ingeborg-Bachmann-Preis
  • 1989/1990 Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim

Festredner bei der Verleihung des Literaturpreises Stadtschreiber von Bergen

Günter Kunert