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1991/1992 Robert Gernhardt

Robert Gernhardt (* 13. Dezember 1937 in Tallinn, Estland; † 30. Juni 2006 in Frankfurt am Main) wurde als Sohn eines Richters im estnischen Tallinn (frühere deutsche Bezeichnung Reval) geboren. Die Familie Gernhardt gehörte in Estland zur Minderheit der Deutsch-Balten und musste 1939 nach Posen übersiedeln. 1945 fiel der Vater im Krieg. Nach Kriegsende wurde die Familie von Russen und Polen vertrieben, und die Mutter floh mit ihren Söhnen Robert, Per und Andreas über Thüringen nach Bissendorf bei Hannover. 1946 kam die Familie nach Göttingen. Nach Abschluss seiner Schulausbildung 1956 studierte Gernhardt in Stuttgart und Berlin Malerei an den Akademien der Bildenden Künste, später auch Germanistik an der FU Berlin. Seit 1964 lebte er als freiberuflicher Maler, Zeichner, Karikaturist und Schriftsteller in Frankfurt am Main.

1965 heiratete er die Malerin Almut Ullrich, die 1989 starb. 1990 ging Gernhardt eine zweite Ehe mit Almut Gehebe ein. Für drei bis vier Monate im Jahr lebten Gernhardt und seine Frau in der Toscana. Am 30. Juni 2006 erlag er in Frankfurt am Main einer langwierigen Erkrankung an Darmkrebs, von der er seit Juli 2002 Kenntnis hatte. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.

Auszeichnungen

  • 1977 Zilveren Griffel (Jugendliteraturpreis im Niederländischen Sprachgebiet)
  • 1983 Deutscher Kinderbuchpreis für Der Weg durch die Wand, zusammen mit Almut Gernhardt
  • 1987 Kritikerpreis der Berliner Akademie der Künste
  • 1988 Kulinarischer Literaturpreis der Stadt Schwäbisch Gmünd
  • 1991 Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor
  • 1991/1992 Stadtschreiber von Bergen-Enkheim

Festredner bei der Verleihung des Literaturpreises Stadtschreiber von Bergen

Peter Bichsel