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Das Nordend für alle Generationen gestalten

Worum geht es?

Das Nordend bleibt weiter im Fokus einer stadtgerechten und bürgernahen Verkehrsplanung. Die Bewerbung der Stadt Frankfurt am Main um ein Modellvorhaben im Rahmen des Forschungsprogramms Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung war erfolgreich. Aus über 300 Projektvorschlägen wurde das Projekt „Vernetzte Spiel- und Begegnungsräume im Frankfurter Nordend“ zusammen mit 18 weiteren Modellvorhaben vom Bundesministerium im Rahmen des Forschungsfeldes „Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere“ ausgewählt. Bereits im Vorjahr hatte das Pilotprojekt Nahmobilität „Zu Fuß im Frankfurter Nordend“, das gemeinsam mit Bürgerschaft, Ortsbeirat und Ämtern erarbeitet wurde, weit über Frankfurt hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt.

Straßenszene mit Cafe, © Stadt Frankfurt am Main, Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung
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Urbanes Nordend

Das Nordend ist seit langem als Stadtteil der kurzen Wege beliebt. In den letzten Jahren finden immer mehr junge Familien hier ihr Zuhause. Sie teilen sich den Straßenraum mit Alteingesessenen und Studenten, in einer insgesamt alternden Gesellschaft auch vermehrt mit älteren Menschen. Diese bemängeln seit langem die fehlenden Sitzgelegenheiten für die täglichen Wege zu Fuß. Eltern wünschen sich vor der Haustür mehr Bewegungsfreiheit für ihre Kinder, Kinder und Jugendliche brauchen Raum, um sich selbständig und selbstbestimmt im Quartier bewegen zu können. Der Parkdruck setzt zwar enge Grenzen. Jedoch wurden bereits vor mehreren Jahren aus Verkehrssicherheitsgründen an zahlreichen kleinen Kreuzungen Flächen abmarkiert, die nun neue Spiel- und Begegnungs- und Kommunikationsräume werden könnten. Verschiedene Maßnahmen im öffentlichen Straßenraum sollen zu einer generationsübergreifenden Freiraumqualifizierung beitragen.

Dialogorientierte Planung

Im Rahmen der beiden Nordend-Projekte hat sich gezeigt, dass für eine erfolgreiche Förderung des Fußverkehrs der diskursive Prozess eine große Rolle spielt. In enger Abstimmung mit dem Ortsbeirat, Interessenvertretern und einzelnen Aktiven (z.B. Kinderschutzbund, Kinderbüro und Initiative Alte für Frankfurt) konnten zahlreiche Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern zur Verbesserung der Verhältnisse für den Fußverkehr aufgenommen, geprüft und oftmals umgesetzt werden. Es ging vor allem auch darum, die gemeinsame Verantwortlichkeit für dauerhafte Qualität und Nutzbarkeit der öffentlichen Räume neu zu denken und neu zu vereinbaren.

Nordend-Spaziergang mit Kindergruppe, © Stadt Frankfurt am Main, Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung
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Alltagsorte als "Trittsteine"

Um im gesamten Nordend die Qualitäten des öffentlichen Raums zu verbessern, stehen nun die „Trittsteine“ auf den Wegen zwischen den qualitativ hochwertigen Parks und Plätzen im Nordend im Mittelpunkt. Das ExWoSt-Programm des Bundesministeriums unterstützt die Gestaltung dieser Alltagsorte, an denen die Bürger sich aufhalten, begegnen, ihre Besorgungen erledigen und einen Teil ihrer Freizeit verbringen. Thematisiert werden Straßenecken, Hinterhöfe und kleinere Aufenthalts- und Kommunikationsorte. Damit öffentliche Räume als attraktive Angebote wahrgenommen werden, soll eine integrierte Planung stattfinden: ein offener Prozess, eine umfassende Vermittlung an alle Nutzer, eine qualitätvolle Lösung. Hier liegt der Fokus auf einer Aktivierung und Beteiligung aller Quartiersakteure, junger und alter Bewohner wie auch Gewerbetreibenden, die durch ihr eigenes Engagement, durch eine gemeinsame Planung und Realisierung ein Verantwortungsgefühl für ihr Quartier entwickeln.