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Chronik des Nordends

Das jüdische Philanthropin in der Hebelstraße, Fotografie um 1930, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Frühzeit bis 1499

83-260:
Verschiedene römische Villen stehen in dem schon vorgeschichtlich besiedelten Gelände des Frankfurter Nordens.

793:
Im Bereich des Nordends entstehen königliche Meierhöfe, die sich im Mittelalter in Händen Frankfurter Patrizier befinden.

1398:
Die Holzhausen-Öde, das Hofgut der Frankfurter Patrizier von Holzhausen, wird erstmals erwähnt (andere Landsitze im Nordend: Glauburg-Öd, Kühhornshof, Günthersburg, Adlerflychthof, Neuhof.)

1415:
Wegen der Wolfsplage wagen sich die Frankfurter Feldschützen nicht in die Weinberge des Nordends.

1478:
Im Zuge der Frankfurter Landwehr entsteht die Friedberger Warte.

1484:
Bei der Teilung der Grafschaft Bornheimer Berg kommt Bornheim (mit Hausen und Niederrad) zur Reichsstadt Frankfurt.

1500 bis 1899

1552:
Bei der Belagerung Frankfurts durch Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg geht die befestigte Holzhausen-Öde in Flammen auf. Das Nordend wird verwüstet.

1607:
Frankfurt erhält eine Quellwasserleitung aus dem Weidenbornfeld.

1727/28:
Das Holzhausenschlösschen wird nach Plänen des französischen Architekten de le Fosse erbaut.

1773:
Ausbau der Friedberger Landstraße.

1778/79:
Die letzten Reste der Wälder („Eichwald“, „Buchwald“) zwischen Frankfurt und Bornheim werden gerodet.

1785:
Von der Bornheimer Heide fliegt Francois Blanchard mit seinem Heißluftballon bis Weilburg.

1785/1810:
Die Frankfurter Landwehr wird niedergelegt, weil sie keinen militärischen Schutz mehr bietet.

1828:
Der Hauptfriedhof mit dem Israelitischen Friedhof an der Rat-Beil-Straße wird in Benutzung genommen. Spätklassizistischer Portalbau von Friedrich Rumpf.

1866:
Abbruch des Adlerflychthofes.

1872:
Einführung der Pferdebahn in Frankfurt. Sie führte im Nordend bis zur Adlerflychtstraße.

1873:
Das erste Wasser in der Vogelsberger Quellwasserleitung strömt in den Hochbehälter an der Friedberger Warte ein.

1874:
Bau der Diakonissenanstalt. Die Blindenanstalt (gegründet 1837) bezieht ihren Neubau an der Adlerflychtstraße.

1876:
Die Adlerflychtschule entsteht als erste Nordendschule.

1877:
Mit der Eingemeindung Bornheims in das Frankfurter Stadtgebiet beschleunigt sich die städtebauliche Erschließung des Nordends.

1880:
Das Nordend hat 23.000 Einwohner.

1883:
Bau der Lersner-Schule.

1886:
Bau der Merianschule.

1888:
Eröffnung der Lokalbahn Frankfurt-Eschersheim.

1890:
Das Nordend hat 38.000 Einwohner.
Der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz eröffnet das Maingau-Krankenhaus.

1891:
Bau der Lutherkirche.
Eröffnung der Glauburgschule.

1892:
Der von der Stadt aus Rothschildbesitz angekaufte Günthersburgpark wird für das Publikum geöffnet.

1894:
Die Feuerwache Burgstraße wird zum Schutz des immer dichter besiedelten Nordends bezogen.

1899:
Nordend-Straßenbahnlinie bis Ecke Glauburg-/Weberstraße.

1900 bis 1949

1900:
Das Nordend hat 58.000 Einwohner.

1900/03:
Bau der evangelischen Immanuelkirche (jetzt Epiphaniaskirche).

1901:
Die Musterschule (gegründet 1803) wird vom Hermesweg zum Oberweg verlegt.
Namensgebung der „Nibelungenallee“.
Eröffnung der Schwarzburgschule.

1902:
Die „Lex Adickes“, das Frankfurter Umlegungsgesetz, ermöglicht eine großzügige Stadterweiterung.

1904:
Die Nordend-Straßenbahnlinie wird bis zum Günthersburgpark verlängert.

1904/06:
Neubau des Bürgerhospitals (gegründet 1763) an der Nibelungenallee.

1906:
Auf der alten Bornheimer Bleiche am Südrand des Günthersburgparks entstehen die Günthersburg- und Comeniusschule.

1905/06:
Bau der katholischen Bernharduskirche.

1906/07:
Bau des Marienkrankenhauses in der Richard-Wagner-Straße.

1908:
Eröffnung der Staatlichen Ingenieurschule.

1908/10:
Bau des Volksbildungsheimes.

1910:
Das Holzhausenschlösschen und 33.000 Quadratmeter Parkgelände fallen an die Stadt.

1911:
Einweihung des neuen Versorgungshauses in der Richard-Wagner-Straße.

1912:
Die Adickesallee entsteht.

1937:
Bau der Kasernen an der Friedberger Warte.

1941:
Der Bethmannpark gelangt in städtischen Besitz.

1950 bis 1969

1950:
Der Hessische Rundfunk übernimmt die damals für die Bundesorgane bestimmte ''Kongresshalle'' und konzentriert seinen Betrieb im ''Funkhaus am Dornbusch'' an den Bertramswiesen.

1952:
Das Bundesministerium für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten entsteht an der Adickesallee.

1954:
Weihe der katholischen Michaeliskirche in der Rotlintstraße.

1955:
Die Oberfinanzdirektion bezieht ihren Neubau an der Adickesallee.

1956:
Weihe der neuen evangelischen Epiphaniaskirche (Oeder Weg, früher Immanuelkirche).

1962:
Weihe der evangelischen Wartburgkirche (Hartmann-Ibach-Straße).

1963:
Beginn des U-Bahnbaues mit dem ersten Rammschlag in der Eschersheimer Landstraße (28.Juni).

1964:
Grundsteinlegung für den ersten Atom-Schutzbunker am Nibelungenplatz.

1965:
Einweihung des Pfarrzentrums und Eröffnung des neuen Gemeindehauses der katholischen St.-Bernhard-Gemeinde.
Richtfest für das Shell-Hochhaus am Nibelungenplatz.

1966:
Am U-Bahnhof Miquel-Adickes-Allee wird nachträglich zur Erinnerung an den ersten Rammschlag zum U-Bahnbau eine Gedenktafel angebracht und eine Kassette eingemauert (28. Juni).
Erste Probefahrt einer U-Bahn (20. August).

1968:
Grundsteinlegung für den Neubau der Gethsemanekirche an der Ecke Neuhofstraße/Eckenheimer Landstraße.

1970 bis 1989

1970:
Renovierung der großen Trauerhalle des Hauptfriedhofes.
Inbetriebnahme des neuen Paketzustellamtes in der Friedberger Landstraße 295.

1971:
Abbau des Hessendenkmals im Zuge der Verlegung der Fahrbahn der Friedberger Landstraße.
Verkehrsfreigabe der Friedberger Landstraße zwischen Friedberger Tor und Friedberger Platz. Baubeginn am U-Bahn-Baulos 17 in Bornheim, Auffahrtschacht Berger Straße/Heidestraße.

1972:
Freie Planungsgruppen und Gruppen des Stadtplanungsamtes legen Strukturpläne für das Wohngebiet Nordend vor.
Das Nordend hat 69.441 Einwohner.

1973:
Wiederaufbau des Hessendenkmals an seinem neuen Standort.
Verkehrsfreigabe der westlichen Seite der Friedberger Landstraße zwischen Rat-Beil-Straße und Friedberger Warte.

1974:
Grundsteinlegung für die Altenwohnanlage der Luthergemeinde im Sandweg/Ecke Seumestraße.
Anschluss der Straßenbahn in der Eckenheimer Landstraße an den Tunnel der Linie B1 (später U4/U5).
Verkehrsfreigabe der Friedberger Landstraße zwischen Rat-Beil-Straße und Dortelweiler Straße.
Spatenstich für einen Musterspielplatz am Scheffeleck.

1975:
Fertigstellung der Straßen und U-Bahn-Kreuzung am Scheffeleck.
Inbetriebnahme des ersten nukelarmedizinischen Diagnosegerätes Frankfurts im Marienkrankenhaus.

1977:
Verkehrsfreigabe des Oeder Wegs nach mehrjährigen Bauarbeiten.
Renovierung des klassizistischen Portals des Hauptfriedhofs beendet.
Eröffnung des ersten Gehörlosen- und Schwerhörigenzentrums in der Bundesrepublik.

1978:
Comeniusschule nach Renovierung wieder eröffnet.
Das Künstlerlokal „Bei Mentz“ im Oeder Weg wird abgerissen.

1979:
Die Stadt kauft das Philanthropin von der Jüdischen Gemeinde.
U-Bahn-Richtfest zur Fertigstellung der Stationen Merianplatz und Höhenstraße.

1980:
Eröffnung der U-Bahnlinie 4 zwischen Hauptbahnhof und Seckbacher Landstraße. Übergabe des Erweiterungsbaus der Kaufmännischen Berufsschule 5 in der Arnsburger Straße.
Eröffnung der ersten Seniorenwerkstatt Frankfurts im Oeder Weg 59.
Auf dem jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße werden zahlreiche Gräber geschändet.

1981:
In der Vogtstraße 41 eröffnet der Verein „Kita im Exil“ ein autonomes Kinderhaus.
Auf dem Hauptfriedhof werden 37 Grabsteine umgestoßen und zum Teil erheblich beschädigt.
Im Altenclub Nordend (Günthersburgallee 1) eröffnet die Stadt ein Informationsbüro für Modernisierung.

1982:
Die Arbeiterwohlfahrt richtet in der Eckenheimer Landstraße 93 ihr Nordendzentrum ein.
Einrichtung einer neuen Verkehrsführung im Nordend zur Verkehrsberuhigung.
Das Bürgerhospital eröffnet einen neuen Operations- und Sterilisationssaal.
Auf dem Hauptfriedhof werden über 150 Gräber verwüstet.
Die Nordgemeinde bezieht neue Gemeinderäume in der Wolfsgangstraße 109.

1983:
In der Lenaustraße 72 richten die evangelische Epiphaniasgemeinde und die katholische Michaelsgemeinde einen ökumenischen Treffpunkt, den Kirchenladen, ein.
Der Landesverband der jüdischen Gemeinde in Hessen zieht vom Philanthropin in das neue Verwaltungsgebäude Hebelstraße/Scheffelstraße um.
An der Heinrich-Kleyer-Schule wird in einem Modellversuch die Einführung in die CNC-Technik an Werkzeugmaschinen gelehrt.

1985:
Ausbau der Pausenhalle im 4. Stock der Hedwig-Heyl-Schule zu zusätzlichen Klassenräumen.
Das Planschbecken im Günthersburgpark wird neu gestaltet: Es erhält ein von Bildhauer Rainer Uhl gestaltetes Sprühfeld.

1986:
Das Sozialministerium überreicht der Stiftung Taubstummenanstalt 41 Schreibtelefone.
Eröffnung der neuen Wach- und Intensivstation des Marienkrankenhauses.

1987:
Restaurierung des 1962 geschaffenen 60 Quadratmeter großen Altarfensters von Christian Oehler in der Wartburgkirche.
Die Gleditschien in der oberen Günthersburgallee werden wegen antistabilen Kronenaufbaus und nicht möglicher Sanierungsarbeiten gefällt und durch 51 kleinblättrige amerikanische Linden ersetzt.
Verkehrsberuhigung des oberen Teils der Martin-Luther-Straße und in der Böttgerstraße in einem Modellversuch.
Eröffnung des Bürgerhause Philantropin.
Im Nordend leben 56.731 Einwohner, 23,3 Prozent davon sind Ausländer.
Das Philanthropin, das 1908 eröffnete Gebäude der Schule der Israelitischen Gemeinde, 1979 von der Jüdischen Gemeinde an die Stadt verkauft, wird nach Umbau als Bürgertreff und Domizil des Hoch'schen Konservatoriums der Öffentlichkeit übergeben.

1988:
„Blaues Kreuz in Deutschland“, Ortsverband Frankfurt, deren ehrenamtliche Mitarbeiter sich mit der Betreuung Alkoholkranker beschäftigen, richtet im Haus Gluckstraße 41 eine neue Gruppenarbeit für Alkoholkranke ein.
Richtfest für den Erweiterungsbau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Eschersheimer Landstraße 29-39.
Die im Holzhausenviertel eingerichtete Tempo-40-Zone mit flankierenden Maßnahmen (rechts vor links, Aufstellen von Pflanzkübeln) wird nach Protesten wieder aufgehoben.
In der Neuhofstraße wird ein Informationszentrum (Sorgentelefon) für Männerfragen ins Leben gerufen.
Das Museum für Vor- und Frühgeschichte verlässt das Holzhausenschlösschen, das an die neugegründete Frankfurter Bürgerstiftung übergeht.

1989:
Anlässlich des Tages des Baumes pflanzt die Stadt – als Geschenk an die US-Military-Community – eine Kaiserlinde auf dem Parkplatz hinter dem Lessing-Gymnasium.
Umgestaltung des Nordendplatzes.
Am Eingang der Merianschule wird eine Tafel zur Erinnerung an drei jüdische Lehrer der Schule angebracht, die 1942 verschleppt und ermordet wurden.
Eine Hausgemeinschaft aus der Kantstraße pflanzt am Merianplatz eine chinesische Wildbirne als Ersatz für die kurz zuvor von einem Lkw umgefahrene Akazie.
Das Holzhausenschlößchen, das seit Auszug des Museums für Vor- und Frühgeschichte leerstand, wird der neu gegründeten Frankfurter Bürger-Stiftung übergeben. Die Stiftung, deren Aufgabe die Erforschung der Stadtgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Personen und Institutionen, die sich um Frankfurt verdient gemacht haben, und die Sammlung, wissenschaftliche Bearbeitung und Vorstellung von Dokumenten der Stadtgeschichte ist, macht das Schlößchen zu einer offenen Begegnungsstätte für stadthistorisch interessierte Bürgerinnen und Bürger.

1990 bis 1999

1990:
Der Hessische Rundfunk beginnt mit der Sanierung des Bertramshofes.
In der Händelstraße werden im Rahmen der Aktion „Neues Grün für Frankfurt“ 17 Wildkirschen gepflanzt.

In zweijähriger Bauzeit ist die Umgestaltung der Scheffelstraße für 3,4 Millionen Mark zu einer verkehrsberuhigten Straße vollendet.

1991:
Das schmucklose funktionale 28-geschossige „Shell-Hochhaus“ am Nibelungenplatz aus der Anfangszeit des Frankfurter Hochhausbaus, 1989 vom Vermögensverwalter Krawinkel erworben, wird entkernt und neu eingerichtet und erhält eine neue Fassade und einen steinernen Sockel.


1992:
Mit dem Pflanzen von Bäumen beginnt die Erweiterung des Günthersburgparks von 7,5 ha auf 16 ha und die Verbindung mit dem Grüngürtel.
Eröffnung des „Rathauses für Senioren&ölaquo; in dem von Oswald Mathias Ungers entworfenen Neubau Eschersheimer Landstraße 42-44. Es vereint Einrichtungen für Senioren des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe und die Abteilung Altenhilfe des Sozialamts der Stadt.

1994:
Bund und Land Hessen einigen sich, daß das PX-Gelände am Alleenring künftiger Standort des Polizeipräsidiums werden soll.

1995:
Das Gesundheitszentrum Böttcherstraße bleibt erhalten. Der Industrielle Friedrich Ludwig Gans hatte das Anwesen Böttcherstraße 20 und 22 im Jahre 1904 für ein Kinderheim zur Verfügung gestellt. Seit Ende der 40er Jahre erweiterte es sich zu einem Kinderkrankenhaus, dessen Räume nach seiner Schließung 1975 vom Gesundheitszentrum übernommen wurden.
Das Frauengesundheitszentrum FGZ Neuhofstraße eröffnet eine Dependance in der Günthersburgallee 14 und erweitert sein Kursangebot. In einem der drei neuen Räume wird die Psychotherapeutin des FGZ Gesprächstermine anbieten, ein zweites Zimmer soll u.a. für Yogakurse genutzt werden.
Der bayrische Maschinenbauer und Fotodesigner Gerhard Stief kauft den Glauburgbunker, dessen Räume er für „Explora“, sein Privatmuseum Wissenschaft und Technik, nutzen will, das derzeit in einer Lagerhalle in Rödelheim untergebracht ist. Der Karnevalclub „Die Nordendler“ können mit Proberaum, Lager und Vereinstreff im Bunker bleiben.
In der ehemaligen Bäckerei Liermann in der Friedberger Landstraße 80 eröffnet der CVJM nach zweijähriger Bauzeit sein neues Zentrum.
Die Volkshochschule verläßt ihr Domizil im Volksbildungsheim, das die Saalbau GmbH verkauft und das umgebaut werden wird, und bezieht neue Räume im Galluspark.
Das TAT spielt letztmals im Theater am Turm, das im Zuge des Umbaus des Volksbildungsheims abgerissen wird, und bezieht seine neue Spielstätte im Bockenheimer Depot.


1997:
Eröffnung des für 250 Millionen Mark errichteten Neubaus der Deutschen Bibliothek an der Adickesallee durch Bundeskanzler Helmut Kohl. Die Magazine befinden sich in mehreren Geschossen unter der Erde. Mit dem Einigungsvertrag vom 3. Oktober 1990 war die Deutsche Bücherei in Leipzig, 1912 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegründet, und die 1949 in Frankfurt gegründete Deutsche Bibliothek zur neuen Bundesanstalt „Die Deutsche Bibliothek“ mit dem Sitz ihrer Generaldirektion in Frankfurt vereinigt worden.

1998:
Erste Veranstaltung (Podiumsdiskussion) „Armut und Reichtum in der Welt und im Nordend“ der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft Nordend 2010. Im Nordend wird das erste Skating-Schild, das im Rahmen des Landesmodellversuchs „Inline-Skaten“ auf Straßen mit Tempo 30 zwischen 8 und 20 Uhr Skatefahren erlaubt, angebracht.

1999:
Der Ortsbeirat 3 segnet die lange umstrittenen Umbaupläne des Investors Seref Sen für das denkmalgeschützte Merianbad ab. Sie sehen eine Kleinstmarkthalle mit integriertem Eiscafé vor.
Nachdem neueste Forschungen ergaben, daß Hedwig Heyl, die Vorkämpferin der Frauenbewegung und Wegbereiterin moderner Hauswirtschaft, sich früh der Rassenideologie der Nazis hinwendete, wird die Hedwig-Heyl-Schule umbenannt. Sie trägt nun ihren Namen nach Berta Jourdan (1892-1981), Lehrerin, die nach 1933 als Jüdin eine Privatschule unterhielt und 1939 emigrieren musste.

seit 2000

2000:
Die Petersgemeinde und die Epiphaniasgemeinde schließen sich zur Petersgemeinde mit den Bezirken St. Peter und Epiphanias zusammen.

2001:
Das Grünflächenamt hat 50 Hinweis- und Wegeschilder an den wichtigsten Wegen und Kreuzungen auf dem Hauptfriedhof als Orientierungshilfe für Friedhofsbesucherinnen und -besucher aufstellen lassen.
Die Adickesallee, die mit 55.000 Fahrzeugen täglich am stärksten befahrene Straße Frankfurts, erhält breitere Fahrspuren und einen neuen Straßenbelag. Die rund 6 Millionen Mark teuren Umbaumaßnahmen erfolgen dank einer parallel geführten provisorischen Straße ohne Umleitung des Verkehrs.
Nach einem tiefgreifenden Umbau seit 1998, bei dem lediglich die Fassade erhalten blieb, wird das Volksbildungsheim, 1908 als Gesellschaftshaus des Kaufmännischen Vereins erbaut, als Multiplexkino "Metropolis" eröffnet. Es umfaßt zwölf Kinos mit 3550 Plätzen und mehrere Restaurants, darüber hinaus gibt es Raum für Konzerte, Kabarett, Seminare, Kongresse und Ausstellungen.

2002:
Dem Dr. Hoch’schen Konservatorium wird der Status einer Musikakademie zuerkannt.
Nach viereinhalb Jahren ist das neue Polizeipräsidium an der Adickesallee, in dem zukünftig 2.500 Mitarbeiter Dienst tun werden, fertiggestellt; neben den regulären Büroräumen sind in Hessens modernstem Präsidium über hundert Haftzellen, eine Sporthalle, eine Schießanlage, eine Kfz-Werkstatt und ein Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach untergebracht.
Die evangelisch-methodistische Christuskirche am Merianplatz lässt ihren Gemeindesaal völlig neu gestalten.
Auf der Eschersheimer Landstraße werden zwei Bürogebäude vollendet: der Sitz von „Ernst & Young“, geplant von Christoph Mäckler Architekten (Hausnummer 6), und der Neubau des „Handelsblatts“, konzipiert vom Architekturbüro Jo. Franzke (Hausnummer 50).
Baubeginn für das derzeit größte Konversionsprojekt in Frankfurt auf dem Gelände der ehemaligen Atterberry- und Betts-Kasernen nördlich und südlich der Friedberger Landstraße. Insgesamt sollen hier 240 Einfamilienhäuser, rund 500 Mietwohnungen, ein Hotel, eine Grundschule, Kindertagesstätten, ein Nahversorgungszentrum mit Supermarkt und Einzelhandelsgeschäften sowie öffentliche Grünanlagen entstehen. Eine neue Straßenbahnlinie wird für eine gute Verkehrsanbindung sorgen. In diesem Zusammenhang soll auch das klassizistische Torhaus in der Nähe der Friedberger Warte abgerissen werden.

2003:
Der Künstler Gunter Demnig lässt für Frankfurter Juden, die unter dem Nazi-Regime ermordet wurden, 15 „Stolpersteine“ in die Pflasterung verschiedener Nordend-Straßen ein.
Die Heinrich-Kleyer-Berufsschule erhält eine neue Cafeteria, die durch ihre großzügige und moderne Innenarchitektur über die reine Kantinennutzung hinaus als Aufenthaltsraum dienen kann.
Die seit 2001 wegen Baufälligkeit eingerüstete Friedberger Warte wird restauriert.
Die vom Ortsbeirat 3 geplante Umbenennung der Marschnerstraße in Friedrich-Merz-Straße, nach dem Gründer des im Nordend ansässigen Unternehmens Merz KG, verzögert sich, nachdem die NSDAP-Mitgliedschaft des Fabrikanten bekannt geworden ist.

2004:
Nachdem das Merianbad fast drei Jahre leer stand, eröffnet das Versandhaus Manufactum hier die Filiale „Brot & Butter“.
Umzug des Hoch’schen Konservatoriums vom Philanthropin in das Bildungszentrum Ostend und symbolische Übergabe des Hauses an die Jüdische Gemeinde. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen wurde es zu einer jüdischen Ganztagsschule umgebaut, die auch nichtjüdischen Kindern offensteht.
Baubeginn für den Neubau der Krankenpflegeschule des Roten Kreuzes am Maingau-Krankenhaus.
Der Holzhausenpark wird an der Hammanstraße um 1.300 Quadratmeter Grünfläche erweitert; außerdem wird das „Café im Holzhausenpark“ eröffnet.
Eröffnung einer Tagesklinik zur Betreuung älterer Menschen am Diakonissenkrankenhaus.
Grundsteinlegung für den Neubau der Frankfurter Fachhochschule an der Kleiststraße, in dem künftig die Fachbereiche Architektur, Informatik und Bauingenieurwesen beheimatet sein werden.

2005:
Die Diskussion um die sogenannte „Alleenspange“, den Autobahnzubringer, der den Alleenring auf Höhe des Bürgerhospitals mit der A 661 auf Höhe des Katharinen-Krankenhauses verbinden soll, ist neu entfacht, findet aber letztlich wiederum keine politische Mehrheit.
Der Ortsbeirat 3 beschließt die Sanierung des Tempels im Chinesischen Garten des Bethmannparks.
Der Friedberger Platz bekommt einen Wochenmarkt (Markttag: Freitag).
Die evangelische St. Petersgemeinde startet eine Spendenaktion für die dringend renovierungsbedürftige Epiphaniaskirche.
Die Musterschule erhält die Berechtigung, den Titel „Schulisches Zentrum für Musik und Begabtenförderung“ zu tragen. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Schulgebäude sowie der zweigeschossige Neubau einer Cafeteria werden begonnen (geplante Fertigstellung: Ende 2006).
Die Deutsche Bibliothek mit ihren Standorten in Frankfurt und Leipzig ist in „Deutsche Nationalbibliothek“ umbenannt worden.
Die Schließung der Evangelischen Fachschule für sozialpädagogische Berufe am Diakonissenhaus zum Jahr 2008 ist beschlossene Sache.
Mit dem „Culux“ eröffnet im Oeder Weg 34 Frankfurts erstes Bratwurst-Restaurant.
Das Geschäft „Brot & Butter“ im denkmalgeschützten Merianbad schließt nach etwas mehr als einem Jahr.
Umzug des amerikanischen Generalkonsulats von seinem Domizil im Westend in das umgebaute frühere General Hospital der US-Army an der Gießener Straße. Etwa 850 Personen arbeiten nun in der größten diplomatischen Vertretung der Vereinigten Staaten weltweit.
Das Bistum Limburg plant für die katholische Kirche St. Michael die Umwandlung in ein Zentrum für Trauerseelsorge.
Die Ortsbeiräte 4 und 10 einigen sich auf eine Grenzänderung innerhalb ihrer beiden Bezirke; die Trennungslinie verläuft von nun an entlang der Friedberger Landstraße; das östlich davon gelegene Baugebiet „Atterberry“ gehört daher ab sofort zu Bornheim, das westliche „Betts“-Areal zu Preungesheim.

Chronik wird nicht fortgesetzt.