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Politik - Gleichstellungscharta

Politik machen bedeutet Entscheidungen treffen. Aktuell tun das in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung (StvV) im Namen der Bürgerinnen und Bürger 93 Stadtverordnete, darunter 38 Frauen, also knapp 41 Prozent. Das sind 8 Prozent mehr Frauen als im deutschen Bundestag und prozentual mehr als in jeder anderen deutschen Großstadt.

Das zweite deutsche Gender Ranking zeigt jedoch: je wichtiger die Ämter in der Kommunalpolitik werden, desto stärker ist die Unterrepräsentanz von Frauen ausgeprägt. Aber damit nicht genug. Die aktuellen Zahlen (2013) belegen, dass der Frauenanteil in politischen Spitzenpositionen seit 2008 zum Teil deutlich gesunken ist. Der Anteil auf dem Oberbürgermeisterposten sank um 5 Prozent auf nur noch 12,7 Prozent, spürbar auch hier in Frankfurt.

Noch tiefer liegen die Zahlen, wenn man wirtschaftliche Entscheidungsgremien betrachtet. 4,2 Prozent der Vorstände und 15,6 Prozent der Aufsichtsräte in den börsennotierten Unternehmen Deutschlands sind Frauen. In den höchsten Etagen sind die Männer also fast unter sich. Dafür sind in einem anderen wichtigen Feld, in dem Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden und die sich gerne in Erdgeschossen befinden, die Frauen fast alleine: Nur 3 Prozent der Erziehungspersonen für Kinder unter 6 Jahren sind bundesweit Männer. In Frankfurt sind es immerhin fast 3-mal so viele, aber immer noch erschreckend wenig.

So wird das Erziehungspotenzial von Männern und das Führungspotenzial von Frauen nicht ausreichend genutzt und statt Geschlechtergerechtigkeit entsteht Chancenungleichheit. Das zu verändern versucht die Stadt Frankfurt mit vielen Mitteln, eines davon ist der Aktionsplan der Europäischen Gleichstellungscharta.