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Blei im Trinkwasser und Säuglingsernährung

Seit 30.November 2013 gilt ein Grenzwert für Blei im Trinkwasser von 10 µg/l.

Der Bleigehalt im Trinkwasser ist kein Problem der zentralen oder Einzelwasserversorgung, sondern ist in der Regel sowohl auf Bleirohre in Hausanschlußleitungen als auch in Anlagen der Hausinstallation zurückzuführen. Zwar können auch messinghaltige Teile von Armaturen oder Lötmaterialien Blei enthalten und in das Trinkwasser abgeben, Bleikonzentrationen oberhalb des derzeitigen Grenzwertes werden dadurch in der Regel aber nicht erreicht. Überhöhte Werte, die bis zu einem Vielfachen des Grenzwertes ansteigen, sind immer auf Bleirohre in der Hausinstallation zurückzuführen.

Die bleihaltigen Wasserleitungen der öffentlichen Trinkwasser-versorgung wurden vollständig ausgetauscht, doch Bleiwasserleitungen in Wohnhäusern, sowie private Hauseinführungsleitungen können nach wie vor ein Problem darstellen.

Säuglinge und Kleinkinder (0 - 4 Jahre) sind durch Blei besonders gefährdet und gelten als Risikogruppe - zum einen wegen ihres hohen Flüssigkeitsbedarfs, zum anderen wegen ihrer vergleichsweise hohen Resorptionsleistung des Darms. Bei Kindern zeigten sich in neueren Untersuchungen auch bei Konzentrationen von unter 100 µg Blei/l Blut Einflüsse auf das Nervensystem wie:

  • abnehmendes Konzentrationsvermögen
  • Steigerung der Impulsivität
  • schlechteres Abschneiden bei differenzierten Intelligenz- und Geschicklichkeitstests

Auch wenn diese Änderungen insgesamt innerhalb des "Normbereichs" lagen, sind diese Befunde ernst zu nehmen und besonders Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder vor einer vermeidbaren Bleiaufnahme zu schützen. Vor diesem Hintergrund gelten auch Schwangere als Risikogruppe.

Die Bleibelastung der Bevölkerung (Erwachsene und Kinder) ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten - bedingt u.a. durch das Benzin-Blei-gesetz und die damit verbundene geringere Außenluftbelastung - stark rückläufig.

Weitere Informationen zum Thema "Human-Biomonitoring" können Sie beim Umweltbundesamt erhalten, indem Sie dort nach "HBM-Kommission" suchen.

Ansprechpartner
 
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Telefon:069 212-30302
Telefax:069 212-9730302
E-Mail:Link-Iconantje.sauer [At] stadt-frankfurt [Punkt] de