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Das Frankfurter Bleiprojekt

Die schädliche Wirkung von Blei auf den Gehirnstoffwechsel und damit auf die Intelligenzentwicklung von Säuglingen und Kleinkindern wird aufgrund neuer wissenschaftlicher Untersuchungen heute noch kritischer als bisher beurteilt. Auch bei Erwachsenen können in Extremfällen Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Appetitmangel oder Gewichtsverlust auftreten.

Deswegen wurde der Bleigrenzwert der deutschen Trinkwasser-Verordnung an den Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der bei 0,01 mg/l liegt, angepasst. Am 1. Dezember 2013 trat der Richtwert der WHO in Deutschland in Kraft.

Nach Erkenntnissen aus dem Jahre 1986 verfügten damals noch etwa 8000 Liegenschaften über Trinkwasserinstallationen aus Blei. Das bedeutet, daß etwa 10 % aller Frankfurter Bürger zumindest zeitweilig Trinkwasser mit erhöhtem Bleigehalt zu sich genommen haben. Die im städtischen Besitz befindlichen bleihaltigen Hauseinführungsleitungen sind zwar vom Versorgungsunternehmen längst entfernt worden, viele privateigene Leitungssysteme waren aber noch in Blei verlegt.

Um das Blei-Problem zu lösen, wurde im Jahr 1997 das "Frankfurter Bleiprojekt" durch das Gesundheitsamt Frankfurt am Main ins Leben gerufen. Das Projekt bestand darin, Eigentümer von Liegenschaften mit Trinkwasserleitungen aus Blei anzuschreiben und nach dem Zustand der Trinkwasserleitungen zu befragen. Waren noch Bleileitungen vorhanden oder konnte ein Austausch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, wurde das Trinkwasser untersucht. Bei einer Überschreitung des Grenzwertes wurde der Eigentümer zu einer Sanierung der Leitungen aufgefordert. Die Verweigerung der Sanierungsaufforderung nachzukommen, stellt einen Straftatbestand dar. Die Kosten der Probenahme sind aufgrund der geltenden gesetzlichen Regelungen vom Eigentümer der betreffenden Häuser zu tragen.

Ein großer Teil der Eigentümer entschloss sich bereits aufgrund unseres Anschreibens zu einer Sanierung, eine Probenahme war in diesen Fällen nicht erforderlich.

Unser Ziel war es, innerhalb von 10 Jahren die Untersuchung und ggf. den Austausch aller Bleileitungen in Frankfurt a.M. zu erreichen. Dieses Ziel wurde 2010 erreicht.

Stand. August 2017


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